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So funktioniert Lotto 6 aus 45: Regeln, Gewinnränge und Chancen

Autor: Marko M. Veröffentlicht am 6 Minuten Lesezeit

Lotto „6 aus 45“ gibt es in Österreich seit der ersten Ziehung am 7. September 1986, und es ist bis heute das bekannteste Spiel der Österreichischen Lotterien. Die Grundregel kennt fast jeder: sechs Zahlen ankreuzen und auf den Sechser hoffen. Weniger bekannt ist, wie die Zusatzzahl genau zählt, wie die Gewinnsumme auf acht Ränge verteilt wird und wie unwahrscheinlich ein Sechser wirklich ist. Dieser Ratgeber erklärt das der Reihe nach, auf Grundlage der aktuellen Spielbedingungen.

Auf einen Blick

  • Sie tippen 6 Zahlen von 1 bis 45;
  • gezogen wird jeden Mittwoch und Sonntag, live in ORF 2, dazu an ausgewählten Freitagen in einer Bonus-Ziehung;
  • ein Tipp kostet 1,50 Euro;
  • es gibt acht Gewinnränge, der kleinste Gewinn ist schon mit der Zusatzzahl allein möglich;
  • zu Ihren Tipps können Sie LottoPlus (0,80 Euro pro Tipp) und den Joker (2 Euro) dazuspielen.

Wie Sie mitspielen

Der Lottoschein hat 12 Tippfelder. In jedem kreuzen Sie sechs Zahlen von 1 bis 45 an. Wer die Zahlen nicht selbst wählen will, nimmt einen Quicktipp: Dann wählt der Zufallsgenerator die Zahlen, und auf einer Quittung sind bis zu 20 Tipps möglich. Ein Schein kann für eine bis zehn aufeinanderfolgende Runden gelten, der Preis vervielfacht sich dann mit der Zahl der Runden.

Die 1,50 Euro pro Tipp setzen sich aus 1,185 Euro Spieleinsatz und 0,315 Euro Verwaltungskostenbeitrag zusammen. Die Quittung aus der Annahmestelle ist Ihr Nachweis: Ein Gewinn wird nur gegen die Quittung ausbezahlt, deshalb sollten Sie sie wie Bargeld aufbewahren.

Systemschein

Mit dem Lotto-Systemschein spielen Sie mehr als sechs Zahlen auf einmal, zur Auswahl stehen 48 Systeme. Ein System enthält mehrere Sechserkombinationen, und jede davon kostet so viel wie ein einzelner Tipp. An der Chance einer einzelnen Kombination ändert ein System nichts: Sie spielen nur mehr Kombinationen gleichzeitig und bezahlen jede davon.

Ziehungstage

Am Mittwoch ist Annahmeschluss um 18.30 Uhr, gezogen wird um 18.47 Uhr. Am Sonntag ist Annahmeschluss um 19.00 Uhr, die Ziehung beginnt um 19.17 Uhr. Beide Ziehungen laufen live in ORF 2 und finden unter notarieller Aufsicht statt. Dazu kommen Bonus-Ziehungen an ausgewählten Freitagen: Annahmeschluss 18.30 Uhr, Ziehung gegen 18.40 Uhr in der Zentrale der Lotterien. Diese Ziehungen werden nicht live übertragen, im Fernsehen gibt es einen kurzen Beitrag vor der ZIB 1.

Die Zusatzzahl

Nach den sechs Gewinnzahlen wird aus den restlichen 39 Kugeln eine siebente gezogen: die Zusatzzahl. Sie zählt nie zu den „sechs Richtigen“ und kann keinen Sechser ergeben. Sie erhöht aber den Gewinn bei fünf, vier oder drei Richtigen. Und wer keine einzige Gewinnzahl, dafür aber die Zusatzzahl getippt hat, gewinnt im achten Rang. Ein oder zwei Richtige bringen dagegen nichts, auch nicht zusammen mit der Zusatzzahl.

Gewinnränge und Chancen

Die Wahrscheinlichkeiten gelten für einen Tipp. Berechnet sind sie aus den 8.145.060 möglichen Kombinationen, und bei den Rängen mit Zusatzzahl ist berücksichtigt, dass diese aus den 39 übrigen Kugeln kommt:

RangTrefferAnteil an der GewinnsummeChance
16 Richtige42,7 %1 : 8.145.060
25 Richtige + Zusatzzahl5,2 %1 : 1.357.510
35 Richtige5,1 %1 : 35.724
44 Richtige + Zusatzzahl1,5 %1 : 14.290
54 Richtige9,8 %1 : 772
63 Richtige + Zusatzzahl3,7 %1 : 579
73 Richtige17,2 %1 : 48,3
8nur die Zusatzzahl, keine Richtigenfix 1,50 Euro1 : 16,2

Die Chance, dass ein Tipp überhaupt etwas gewinnt, liegt bei etwa 1 : 11,7, also rund 8,5 %. Fast drei Viertel dieser Gewinne entfallen aber auf den achten Rang, der genau den Tipppreis zurückbringt. Einen Gewinn ab drei Richtigen gibt es nur bei etwa einem von 42 Tipps. Pro Tipp zählt immer nur der höchste erreichte Rang.

Wie die Gewinnsumme verteilt wird

In die Gewinnsumme einer Runde fließen 48 % der Einsätze. Die Anteile der Ränge 1 bis 7 in der Tabelle ergeben zusammen 85,2 %. Weitere 2 % gehen in einen Ausgleichstopf, und 12,8 % sind für die fixen 1,50 Euro des achten Rangs vorgesehen. Wird dort mehr oder weniger gebraucht, gleicht der Ausgleichstopf den Unterschied aus.

Innerhalb eines Rangs wird der Betrag zu gleichen Teilen auf alle Gewinnerinnen und Gewinner aufgeteilt und auf 10 Cent abgerundet. Deshalb steht die Höhe eines Fünfers oder Dreiers erst nach der Ziehung fest: Sie hängt davon ab, wie viel eingesetzt wurde und wie viele denselben Rang getroffen haben.

Mit den Spielbedingungen für die Ziehungen ab 8. Juli 2026 wurde der Anteil von 48,8 % auf 48 % gesenkt, laut den Lotterien wegen höherer gesetzlicher Abgaben. Für Sie heißt das: Im Durchschnitt fließt weniger als die Hälfte des eingesetzten Geldes als Gewinn zurück. Lotto ist Unterhaltung mit einem bekannten Preis, keine Möglichkeit, Geld zu verdienen.

Jackpot und Garantie

Gibt es keinen Sechser, wandert die gesamte Summe des ersten Rangs in den ersten Rang der nächsten Runde: Es entsteht ein Jackpot, bei weiteren Runden ohne Sechser ein Doppel-, Dreifach- oder Mehrfachjackpot. Eine Obergrenze oder eine erzwungene Ausschüttung an niedrigere Ränge sehen die Spielbedingungen nicht vor. Im Juli 2026 wurde zum ersten Mal überhaupt ein Achtfachjackpot geknackt.

Für den ersten Rang gibt es eine Auszahlungsgarantie. Laut den Österreichischen Lotterien sind in einer normalen Runde mindestens 1,2 Millionen Euro garantiert, bei einem Jackpot mindestens 1,3 Millionen Euro; fehlt Geld, wird aus dem Ausgleichstopf aufgestockt. Die Garantie gilt für den Rang insgesamt: Teilen sich mehrere den Sechser, bekommt jede und jeder entsprechend weniger.

LottoPlus

LottoPlus können Sie nur zusammen mit Lotto spielen, mit denselben Tipps und für dieselbe Anzahl an Runden. Seit 8. Juli 2026 kostet LottoPlus 0,80 Euro pro Tipp (davor 0,50 Euro), und jeder Tipp nimmt an zwei eigenen elektronischen Ziehungen „6 aus 45“ teil, beide ohne Zusatzzahl. Gewonnen wird ab drei Richtigen in einer Ziehung: Drei Richtige bringen fix 2 Euro. Die Ränge für sechs, fünf und vier Richtige werden aus der Gewinnsumme bezahlt; sie beträgt 45 % der LottoPlus-Einsätze und wird je zur Hälfte auf die beiden Ziehungen aufgeteilt.

Einen Jackpot gibt es bei LottoPlus nicht. Bleibt ein Rang ohne Gewinner, geht sein Betrag in derselben Ziehung an den nächstniedrigeren Rang mit Gewinnern. Die Chancen pro Ziehung sind dieselben wie im Lotto ohne Zusatzzahl: 1 : 8.145.060 für sechs, 1 : 34.808 für fünf, 1 : 733 für vier und 1 : 44,6 für drei Richtige.

Joker

Der Joker ist eine sechsstellige Zahl, die Sie zu mindestens einem Tipp dazuspielen, etwa zu Lotto, EuroMillionen oder Toto. Er kostet 2 Euro pro Runde. Die erste Jokerzahl steht auf dem Schein. Insgesamt sind bis zu zehn Jokerzahlen möglich, die weiteren bestimmt der Zufallsgenerator. Gezogen wird mittwochs und sonntags nach der Lottoziehung, Ziffer für Ziffer aus sechs Trommeln mit den Kugeln 0 bis 9. Verglichen wird von rechts, Stelle für Stelle und in der richtigen Reihenfolge:

RangWas übereinstimmen mussGewinnChance
1alle sechs Ziffern24,2 % der Gewinnsumme, mit Jackpot1 : 1.000.000
2die letzten fünf Ziffern12.000 Euro1 : 111.111
3die letzten vier Ziffern1.200 Euro1 : 11.111
4die letzten drei Ziffern120 Euro1 : 1.111
5die letzten zwei Ziffern12 Euro1 : 111
6die letzte Ziffer2,50 Euro1 : 11,1

Die Gewinnsumme beim Joker beträgt 50 % der Einsätze, und pro Jokerzahl zählt nur der höchste Rang. Gibt es im ersten Rang keinen Gewinner, wird die ganze Summe in die nächste Runde übertragen.

Gut zu wissen

  • Lotterieprodukte dürfen nur an Personen ab 18 Jahren verkauft werden, und auch Gewinne werden nur an sie ausbezahlt.
  • Lottogewinne sind in Österreich für Spielerinnen und Spieler steuerfrei.
  • Wie Sie einen Tipp prüfen und wo Sie welchen Gewinn einlösen, steht im Ratgeber zur Gewinnabfrage.
  • Die Statistik der gezogenen Zahlen ist interessant, ändert an den Chancen aber nichts. Warum, erklärt der Ratgeber zur Lotto-Statistik.

Auf der Seite Kombination prüfen sehen Sie, wie oft Ihre Zahlen seit 2010 getroffen hätten, und der Spielsimulator zeigt, was derselbe Tipp über das ganze Archiv gekostet und gebracht hätte.

Quellen